Trainingslager-Etiquette für Radfahrer
Gerade für unbedarfte Jünger der Dreifaltigkeit, aber auch für Radsportler, die sich zum ersten Mal zwecks (Über)training in wärmere Gefilde wagen, gibt’s jetzt den ultimativen Kurbel-Knigge.
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Überholt werden: Sollte eigentlich unter keinen Umständen vorkommen. Kommt es dennoch dazu, bleibt nur ein einziger Ausweg: Intervallpause vortäuschen, Defekt herbeiführen oder stürzen. Im Zweifelsfall täuscht man allerdings einen Herzanfall vor. Gegebenenfalls ist dies zwecks Glaubwürdigkeit vorab ausreichend zu üben – im Ernstfall muss jede Bewegung sitzen!
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Überholen: Jetzt wird es ernst! Coolness ist Trumpf, deshalb wird eine möglichst entspannte, aufrechte Sitzposition auf dem Rad eingenommen. Je unaerodynamischer, desto gut. Im Windschatten ansaugen und die Erythrozyten maximal mit Sauerstoff aufladen, denn in den nächsten Minuten darf es keine sichtbaren Atembewegungen, geschweige denn einen offenen Mund geben. Ebenso ist jedwede Geräuschekulisse zu vermeiden. Man will doch nicht mit einem ratschenden Freilauf oder dem Auswurf von Nasensekret den Überraschungsmoment zerstören und dem Gegner Zeit zum reagieren geben.
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Stichwort „Gegner“: Genau, G-E-G-N-E-R. Hier hat man keine Freunde. Die einzige Antwort auf Feindkontakt ist Kampf, Krieg und Schmerz. Hängt der Gegner am Hinterrad, ist das Tempo langsam, aber stetig bis zum Maximum zu erhöhen (die Maximen für Sitzposition und Atmung aus dem vorherigen Punkt bleiben aufrecht) Bei Bedarf kann auf Tarn- und Täuschmanöver zurückgegriffen werden, um Lockerheit und Überlegenheit zu demonstrieren. So etwa durch Zurechtzupfen des Trikots, Herumkramen in leeren Rückentaschen, ein- oder freihändiges Fahren (für Fortgeschrittene zusätzlich mit nur einem Bein), Herumdrücken am Computer oder lässiges Trinken.
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Trinken: Sobald der Überholvorgang jedoch abgeschlossen ist, verbietet sich jegliche Nahrungs- oder Flüsigkeitszufuhr umgehend, da dies abermals ähnlich wie beim Atmen als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden kann. Dieses Verbot besteht bis zum Verlassen der Sichtweite. Da ein Umsehen oder gar Zurückblicken allerdings eine noch größeren Sünde, deren Bestrafung noch an Kinder und Kindeskinder weitervollzogen wird, darstellt, ist das Überholtempo bei Nichtvorhandensein von Verkehrsspiegeln oder Auslagen notfalls bis zur Haustüre aufrecht zu erhalten.
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Essen: Ist ohnehin tabu und wurde nur der Vollständigkeit eingeschlossen. Sämtliche Distanzen unter 200 km sind ausschließlich mit Wasser und schierer Willenskraft zu bewältigen. Erzwingen Schwächeanfälle begleitender Kameraden (=Gegner mit einem intakten Nichtangriffspakt, solange sich daraus Vorteile ergeben) einen Zwischenstopp an einer Tankstelle oder Supermarkt, darf das als Bestätigung der eigenen Überlegenheit gesehen werden und gestattet es dem Athleten, sich mit einem grünen Salat ohne Dressing sowie in äußersten Fällen einem kleinen Mineralwasser ohne Kohlensäure zu belohnen.
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Pannenequipment: Ist bei Strafe verboten, schließlich will man den Eindruck erwecken, dass einen das persönliche Audi RS6 Betreuerfahrzeug ständig begleitet. Ist es auf Nachfrage nicht in Sicht, so hat man es bereits vor einer Stunde abgehängt.
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Kosmetik 1: Um selbst bei heißesten Temperaturen Macht und Überlegenheit demonstrieren zu können, ist auf dickes Make-Up zu setzen. Die derer Art verspachtelten Schweissporen können so keine Flüssigkeit mehr absondern, wodurch ein matter, unangestrengter Teint bewahrt wird. Langzeittests zeigen im Übrigen eine deutliche Präferenz für Produkte des osteuropäischen Prostituiertenzulieferers „Annala Blosmanova“, welche selbst bei nass-feuchten Bedingungen tagelangen Halt garantieren. Allerdings sollte vor Anwendung unbedingt geprüft werden, ob die Produkte auch im Einklang mit den jeweiligen nationalen Atomschutzbestimmungen stehen.
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Kosmetik 2: Stärke und Kraft kommt nur von Kilometern. Wer derer zu Jahresanfang noch wenige gesammelt hat, kann seine Gegner mit Selbstbräuner täuschen. Auf Handrücken und Unterschenkel (ca. 5 cm breiter Streifen auf Wadenhöhe, welcher durch Knielinge oben und Lance-Armstrong-Socken unten begrenzt wird) verteilt, suggeriert er mindestens sechs Wochen Trainingsvorsrpung aus Südafrika oder Australien. Fortgeschrittene cremen auch das Gesicht ein, wobei penibel auf ein Aussparen der typischen Helmband- und Brillen-Streifen im Schläfen- und Augenbereich Wert gelegt werden muss.
To be continued...
Verfasst von Rocco am Do, 02/05/2009 - 09:21.
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Gilt
das auch alles fürs Laufen ? :>
gemäß den worten meiner
gemäß den worten meiner chefin JA! nur beim schwimmen könnte es schwer werden. eventuell kann man noch statt taschen-rumkramen eine runde taschen-billard spielen...
selten so gelacht.
selten so gelacht.
das ist die wahrheit und
das ist die wahrheit und nichts als die wahrheit! wobei, wie hatte jack nicholson schon gesagt? "die wahrheit?!? sie können die wahrheit doch gar nicht ertragen!!"
:-D