Mallorca Trainingslager Vol. 1, Halbzeit

Zweieinhalb Flugstunden von Wien entfernt liegt ein traumhaftes Trainingsparadies: Endlose ruhige Straßen, grüne Landschaft, knackige Berge, günstige Quartiere, und zahlreiche Ortschaften mit sonnigen Hauptplätzen und den weltbesten Espresso-Pausen der Welt. Wer will denn da bitte wirklich noch nach Lanzarote?

 

Ich habe keine Ahnung, wieso Lanzarote und Co. gerade bei den Hobbytriathleten dermaßen en vogue ist. Doppelt so teuer, monotone Landschaft, ein beschränktes Streckennetz, eine dürftige Infrastruktur sowie ein Terrain, welches die meisten Hobbytriathleten überfordert. Und das alles nur, weil es sechs Grad wärmer ist. Die echten Trainierer findet man jedenfalls am Ballermann.

Ab Jänner reißen die Radsportler den Pensionisten die Herrschaft über die Insel aus ihren toten kalten Händen. Bei mir im Hotel etwa residiert sowohl die Damen- als auch Herren-Equipe des ProTour-Teams HTC Columbia, zu denen ich mich allerdings auf Grund ihrer arroganten bis zuweilen asozialen Art nicht weiter äußern werde. Weit netter war da schon das niederländische Team Skil-Shimano, mit denen ich einen Tag mittrainiert habe. 24 Fahrer, geteilt in zwei 12er-Gruppen, welche wiederum zeitweise in zwei 6er-Gruppen unterteilt werden und vom Teamtrainer mit dem Materialwagen begleitet und instruiert werden. Solange man als Dazugestoßener nicht die Formation stört (i.e. weiter am Gruppenende mitfährt) oder anderwärtig schlecht auffällt, wird man problemlos geduldet. Manchmal geschehen sogar Wunder und einzelne Radprofis springen über ihren Schatten und wagen mich, einen Triathleten und damit Aussätzigen des Radsports, anzusprechen. Allerdings musste ich dazu auch erst einmal drei Stunden meine sportliche Wertigkeit unter Beweis stellen.

Sobald du in einem Radsportgebiet mit einem Zeitfahrrad herumfährst, musst du dir deine street credability permanent erkämpfen. Bei der Trainingsgruppe, mit der ich heuer unterwegs bin, ist das zum Glück nicht mehr nötig, schließlich kennen mich die meisten noch aus meiner Radsportzeit.

 

Gruppentraining im Radsport hat schon ganz andere Qualitäten als alleiniges Kilometersammeln am Zeitfahrer. Die Belastung ist unterm Strich niedriger, weil man viel im Windschatten fährt, allerdings die Streuung der Wattwerte deutlich breiter – im Wind und an Anstiegen wird deutlich schneller als alleine gefahren. Dazu noch gelegentliche Sprints oder im Fall von Skil-Shimano Tempotraining nach über vier Stunden – das gibt Tinte auf den Füller. Vom gegenseitigen Pushen in den Abfahrten ganz zu schweigen. Vorgestern trafen wir am Puigpunyent zufällig Udo Bölts, der mir nach einem ersten kritischen Beäugen dann doch gewisse Steuerkünste am Mr. T attestierte.

Die ersten Tage am Zeitfahrrad hatte ich noch deutlich erhöhte Pulswerte. Inzwischen hat sich aber alles normalisiert und die Wattwerte am SRM sind bereits vielversprechend. Auch die hohen Tagesumfänge an sich gehen heuer schon deutlich leichter von der Hand als vergangenes Jahr. Wenn alles glatt geht, sollte ich heuer nochmals höhere Kapazitäten haben, sprich bei gleicher Belastung länger durchhalten bzw. bei gleicher Dauer eine höhere Belastung fahren können.

 

Abgesehen vom Gruppentraining hat sich auch der Trainingsrhythmus verändert. Letztes Jahr ließ mich Dieter im 3:1 Rhythmus trainieren. Heuer sind’s zwei Wochen mit 3:1 – 2:1 Mix aus Belastungs- und Entlastungstagen. Das ergibt zwar unterm Strich weniger Trainingsstunden, dafür mehr Frische für qualitativ wie quantitativ hochwertige Einheiten. Am Mittwoch fuhr ich 6,5 h, am Tag darauf 7,5 h mit sämtlichen Bergen zwischen Andratx und Sóller-Pass. Wenn man sich und seinen Körper nach jahrelangem Training kennt, lässt sich effektives Training salopp gesagt auf folgende Maxime reduzieren: Besorg’s dir, wenn du dich fit fühlst – ruhe, wenn du müde bist.

Verfasst von Rocco am Sa, 01/23/2010 - 13:13.

Schwimmbad und Hotel

Hallo Max,
bin drauf und dran, dem heimischen Winter zu entfliehen.
Jetzt würd mich mal interessieren:
- Wo kann man den am Ballermann schwimmen (Hallenbad...) und wenn, wo ist das genau.
- Würdest Du Hoteltechnisch irgendwas empfehlen.
Gruß und noch frohes Training

...

schwimmbad ist das "piscina municipal antonio severa", gleich nachm mercadona supermarkt die straße 50 m rauf, ein paar gassen hinter der promenade auf höhe ballermann 3-4: Camí de Ca Na Gabriela 34, S'Arenal

 

hotels gibts massig. teurere haben besseres essen (royal cristina! leman!), günstigere eher fettes und schlechteres (die 3sterns halt, zB hispania, lancaster, san diego). zimmer sind überall klein, aber mehr als ein bett und ne dusche brauch ich ned